Teil 1 - Rund um Daniel Paez

In der Surf-Szene innerhalb der Schweiz ist Daniel Paez ein bekannter Begriff. Mit seiner Leidenschaft für s'Surfen und dem Wunsc
Surfer Daniel Paez - Blueboards
  • Name: Daniel Paez
  • Alter: 39
  • Zivilstatus: verheiratet
  • Beruf: Surf-Shaper 
Wo hast Du gelernt Surfboards zu bauen?

Erst fing ich selber an Boards zu bauen, da war ich etwa 12 Jahre alt. Unser Nachbar, ein Surf-Shaper, lief immer an unserer Garage vorbei und brachte mir dann Schritt für Schritt bei wie es geht. Man muss die Schutzmassnahmen einhalten und wissen wie mit den Chemikalien umgeht. Durch meine Arbeit in verschiedenen Fabriken von Kalifornien und Brasilien konnte ich viel profitieren und später meine eigenen Boards bauen.

Woher nimmst Du Deine Inspiration für Deine Arbeit?

Das ist eine interessante Frage. Meine Arbeit umfasst viel Geometrie und Know-How. Dazu höre ich weniger Musik, sondern überlege meistens andere Sachen. Die eigentliche Inspiration für mich ist das tägliche Leben mit meiner Frau und unserem Kind, Surfen in Bremgarten und die Erwartungen an die Ferien oder die Erinnerungen an die letzten Ferien.

Surfboard Shape Daniel Paez

Wo kommst Du her? Wie kam es dazu, dass Du jetzt in der Schweiz bist?

Ich bin in Brasilien geboren. Mit 21 Jahren ging ich nach Kalifornien zu meinen Verwandten. Dort surfte ich viel und beobachtete. In der Englisch-Schule lernte ich dann meine Frau, eine Schweizerin, kennen. Seit 1994 zogen wir dann in die Schweiz.

Hattest Du schon Begegnungen mit Prominenten?

Ja, aber es bedeutet mir nichts. Ich habe tiefen Respekt vor diesen Menschen, die so viel erreicht haben. Es sind ganz normale Leute wie Du und ich. 

Was für ein Gefühl gibt Dir das Surfen, dass Du nicht darauf verzichten kannst?

Man sagt "Only a Surfer knows the Feeling" (Nur ein Surfer kennt dieses Gefühl) [lacht] Du weisst wovon ich spreche, Du bist auch ein Surfer. Der Adrenalin-Kick, wenn sich die Welle aufbaut. Es ist extrem naturverbunden. Beim Surfen bist Du eins mit der Natur. Nicht so wie beim Autofahren oder Einkaufen, da hast Du diese Verbindung nicht. Das Gefühl wenn der Wind Dir entgegenbläst [schliesst die Augen und stellt sich das gerade vor]

Gab es Momente als Du Angst hattest?

Ein paar Mal. Zum Beispiel in der Pipeline oder wenn grössere Sets kommen. Dann siehst Du den Himmel nicht mehr, es ist alles grau und nur Wasser. Grosse Angst habe ich nicht, aber Respekt vor dem Meer. Ach ja ... einmal hatte ich Angst. An diesem Tag war kaum jemand im Wasser. Die Wellen waren gross. Und ich sah etwas distanziert einen weissen Hai. Er ritt in der gleichen Welle wie ich und wollte mich tatsächlich fressen. Aber ich konnte flüchten.

Surfer Daniel Paez at work

Was macht Dich aus im Gegensatz zu anderen Shapern in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es soviel ich weiss keine anderen Shaper, ausser solche, die das privat machen. Die Boards, die man in der Schweiz kaufen kann sind von Thailand, China oder Südafrika. Sie werden hauptsächlich produziert um Profit zu machen. Meine Boards sind von höchster Qualität. Ich brauche eine gewisse Zeit und benutze das bestmöglichste Material. Die Preise unterscheiden sich zwar nicht gross von den Factory-Preisen, aber dafür erhält man ein qualitativ hochwertiges Board und durch meine Erfahrungen kann ich eine gute Beratung bieten. Es lohnt sich auf jeden Fall sich gut zu informieren. Sei es bei mir oder bei einem anderen Shaper.

Wem hast Du Dein wertvollstes Surfboard verkauft?

Mein wertvollstes Surfboard habe ich bis heute nicht verkauft. Das wollte ich selber behalten. [lacht]
Das Holz kaufte ich in Equador an den Weltmeisterschaften, es war ziemlich teuer. In Amerika müsste man dafür bis 6000$ bezahlen. Es ist superschön und immer noch nagelneu und eigentlich möchte ich es nicht verkaufen. [grinst verschmilzt]
Sehr wertvoll im Moment sind aber auch die S-Core Surfboards, die leider nie mehr hergestellt werden. Ich habe noch die letzten 150 Stücke von diesen Blueboards.