Daniel Paez Teil 2 - Surfen in der Schweiz

Der sympathische Brasilianer liess sich von seinem Traum nicht abbringen und gab alles für ein Leben als Surfer.
Surfer Daniel Paez - Frankreich
  • Name: Daniel Paez
  • Alter: 39
  • Zivilstatus: verheiratet
  • Beruf: Surf-Shaper

 

 

 

 

Was denkst Du über Wakesurfen?

Ich glaube, dass auch Wakesurfen kein Trendsport ist. Es passt total in die Schweiz. Weil viele ein Boot haben und Wakeboarden können. Das wird definitiv in der Schweiz bleiben.

Was hälst Du von den Wakesurf-Contests in der Schweiz?

Das Wakesurfen hat sich aufgeteilt in den Surf-Style und Skate-Style. Ich glaube, beide sind stark und machen Spass. Ich hörte, dass jetzt die Wettkämpfe gespalten werden. Bei der Weltmeisterschaften ist es bereits schon gespalten. Es wird ein Board für den Surf-Style geben und eins für den Skate-Style. Im Skate-Style ist das Board, klein, hart und hat kleine oder gar keine Finnen ... hier jumpst Du, drehst das Board. Ganz anders als Wellenreiten. Wenn Du mit dem Surfboard kommst, hast Du den Stil vom Flusssurfen oder vom Surfen im Meer.

Surfboard Shape Daniel Paez

Was für Eigenschaften muss man mitbringen um ein guter Surfer zu sein?

Schwierig zu sagen. Surfer sind so verschieden. Sie haben viele Hintergründe, jede Religion. Ich habe Kunden wie Christen, Muslime, Atheisten und Hindus. Ganz arm, ganz reich. Wichtig ist, wenn Du surfen willst, dass Du sagen kannst: „Ich will Surfer werden“. Das ist ein Sport der braucht viel Disziplin und viel Zeit. Es klappt nicht so schnell. Wenn Leute sagen: ich will mal schnell Surfen ausprobieren. Die werden nie Surfer werden. Sie werden nicht das Level erreichen, wo das Surfen Spass macht wenn Du nur ein bisschen probierst. Du brauchst einen Charakter, der sagt: „Ich will das machen. Auch wenn ich 1, 2 oder 3 Saison brauche“. Dann wirst Du sagen kann, jetzt bin ich viel besser als vorher. Ein starker Wille und viel Geduld. [er lacht]

Gibt es auch Neid untereinander?

Ja, an den Meisterschaften. Da will jeder gewinnen um jeden Preis. Es ist eine Zusammenkunft von den besten Surfern und jeder möchte sich für das Schweizer Team qualifizieren und die Nr. 1 werden. Am Strand gibt es etwas Streit unter den Longboardern, Bodyboardern oder Shortboards. Aber in der Schweiz merkt man den Neid nur an den Wettkämpfen.

Wie lange surft man eigentlich vom Alter her? Was möchtest Du?

Ich sagte einmal ich möchte Meisterschaften fahren bis ich 40 Jahre alt bin. Nur jetzt werde ich in 3 Monaten 40. [lacht verzweifelt] Aber ich fühle mich doch immer noch fit. Theoretisch kannst Du sehr lange surfen, bis 70-80 Jahre. Du nimmst dann einfach kleiner Wellen und längere Bretter. In Hawaii oder Australien gibt es sehr alte Surfer. Solange Du laufen kannst und stehst, kannst Du Surfen.

Wie trainierst Du, wenn Du gerade keinen Wettkampf hast?

Ich mache Crosstraining z.B. Kraul-Schwimmen, Snowboarden, im Sommer Velofahren für die Knie und The Wave (eine Art Skateboard). Am Fluss und hinter dem Boot. Durch die Kombination von Verschiedenem macht es Dich zu einem besseren Surfer. 3-4 mal/Wuche im Sommer geh ich Surfen. Wenn Du Dein Niveau behalten möchtest musst Du schon 3-4/Woche Sport machen und Deinen Rhythmus haben.

Surfer Daniel Paez at work

Wo siehst Du das Surfen in der Schweiz in 10 Jahren?

Weiterentwickelt, mit den jungen Surfern von heute und den besten Surfern von morgen und auch mit Surfer älterer Generation ..... er grinst ..... ich bin auch schon fast 40 Jahre. Und es hat jünger und sogar 10-15 Jahre ältere Surfer als ich. Und ich glaube, diese Leuten wollen immer wieder surfen. Surfen ist eine Sportart die Du länger machen kannst .... je älter der Surfer, desto grober die Boards. (lacht) Aber ich sehe das Surfen entwickelt sich. Es wird bleiben. Früher haben mir schon Leute gesagt, das ist jetzt nur Mode, es ist ein Trendsport. Surfen ist kein Trendsport. Trendsport ist ein Sport der kommt und wieder geht, dann hört man nichts mehr davon. Aber Surfen ist ein Muttersport. Zuerst kam das Surfen .... und dann erst das Snowboarden, Skateboarden und dann Wakeboard. Kein anderer Sport bietet den Kontakt und den Challenge wie das Surfen. Klar kannst Du mit dem Boot schneller fahren, aber sobald Du im Meer bist und eine 1m höhere Welle kommt als Du normal surfst, siehst Du die Kraft und die Geschwindigkeit. Du möchtest Dein Limit weiterbringen. Surfen ist ein Sport der immer da gewesen ist und es wird ihn immer geben.